Unsere Wünsche und Gottes Wille

von Arnold Neumaier


Wenn Gott will, daß ich oder Du etwas bestimmtes erreichen, ist es seine Angelegenheit, es zu arrangieren, und da es in seinem Interesse liegt, wird er es auch tun.

Interpretiert man das aber als: Gott wird unsere Wünsche erfüllen (wenn wir nur genug glauben), dann straft einen die Realität Lügen. Gott tut, was er will, und wenn wir wollen, daß unser eigenes Tun Zukunft hat, tun wir gut daran, uns seinen Willen zu eigen zu machen (Joh. 5:19-20; Joh. 7:16-18).

Es ist so sinnlos, etwas gegen Gottes Willen zu wollen (Matth. 7:24-27), und doch verwenden wir oft mehr Energie darauf, Gott zu überreden, unseren Willen zu unterstützen (Luk. 18:1-8), als darauf, uns zu überreden, seinen Willen zu tun (Matth. 6:33; 1. Kor. 9:24-27). Dabei ist doch klar, wo die größere Kompetenz liegt.

Jesus sagt, Ohne mich könnt ihr nichts (fruchtbares) tun (Joh. 15:5; Ps. 127:1-2). Das bedeutet aber nicht, untätig zu sein. Der eigene Anteil ist, daß wir Gott unterstützen mit dem, was wir tun (Matth. 25:31-46), statt ihm zusätzliche Mühe zu machen (Jes. 42:22-24).

Gott hat uns geschaffen, damit wir ihm helfen (1. Mose 1:28; 2:15); es ist also nicht gleichgültig, was wir tun (Matth. 25:14-30). Aber die Kräfte und Ziele kommen von ihm; es ist ein organisches Zusammenwirken (Joh. 15:4-8; 1. Kor. 12:4-27), und unser Anteil ist vergleichsweise gering (Luk. 17:7-10).

Unsere Aufgabe ist es einfach, danach zu streben, dem Reich Gottes mehr Raum zu geben, indem wir Jesus (Gott) ähnlicher werden, 1. Mose 1:27; Röm. 13:12-14; Eph. 4:15-24. mehr von seiner Art in uns aufnehmen. Matth. 26:26-28: Nehmet, esset, das ist mein Leib ... - Gottes Art so verdauen, daß es zu unsrer Art wird! Joh.6:50-58.

Sich auf Gott verlassen erfordert Vertrauen, und das erfordert vertraut-Sein, das aber braucht seine Zeit. Ich habe auch lange gebraucht und hoffe, daß mein Vertrauen sich weiter vertieft: Gott ist manchmal so 'unglaublich', und das, was man sieht und dagegen zu sprechen scheint, so überwältigend, daß mehr Mut dazugehört, als ich aufbringen kann.

Aber zu lernen, Gott zu verstehen und ihm zu vertrauen ist eine Herausforderung für mein Leben, die ich nicht mehr missen möchte. Ich lerne soviel und gewinne soviel an Kraft, Flexibilität und Persönlichkeit dadurch. ''Du hast Worte unvergänglichen Lebens'' (Joh. 6:68+Kontext): Wer das erlebt, dessen eigenen Pläne werden nebensächlich, verglichen mit dem Wert der Nähe Gottes.


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Arnold Neumaier (Arnold.Neumaier@univie.ac.at)